Unser schwimmfähiges Rückgrat

Gael erforscht das Leben als Zweibeiner mit einer fließenden Wirbelsäule.
Januar 26, 2025
“The interior life remains true to its watery mother.” "All forms derive from waves that are shaped by liquid destinies”
Emilie Conrad
from "Life on Land", p. 293
Von unserer intrauterinen Entwicklung bis hin zu den ozeanischen Ursprüngen des Lebens verdankt unsere Wirbelsäule ihre Struktur und Funktion einem gemeinsamen Erbe von Lebensformen, die den Beginn von Handlungsfähigkeit anstreben. Die Wirbelsäule ist ein sich wiederholendes Fraktal der Evolution, das die Freiheit der selbstbestimmten Fortbewegung ermöglicht. Wasserlebewesen, Reptilien, die an Land schlüpfen, Amphibien und geflügelte Lebewesen haben diese Struktur gemeinsam.
Die knöchernen Wirbel schützen einen zentralen Nervenstrang, der im Hirnstamm gipfelt. Dieses autonome System mit einem sympathischen und einem parasympathischen Zweig reguliert Atmung, Herzschlag, Verdauung und Instinktreaktionen. Mit anderen Worten: Die Wirbelsäule ist ein intelligentes System mit eigenem Verstand.
Vom Sprung über die Rolle bis hin zum aufrechten Stehen - die ihm innewohnende reflexive Reaktionsfähigkeit sorgt dafür, dass alle olympischen Leistungen vollbracht werden: Streckung, Beugung, Drehung, Spirale, Wellenbewegung. Zweige des Nervensystems koordinieren unsere vier Gliedmaßen bei einer Vielzahl von Einzelaufgaben. Die schwammigen Bandscheiben zwischen den einzelnen Wirbeln dienen als Polster, um die Stöße zu absorbieren, die bei unseren übermütigen Bewegungen entstehen. Diese gelartigen Polster und die S-Kurven unserer Wirbelsäule ermöglichen es der Wirbelsäule, wie eine elastische Feder zu wirken.
Unser Körper ist so konzipiert, dass er im Bereich der Schwerkraft schwimmfähig bleibt. Die aktuelle Forschung bestätigt, was Ida Rolf schon vor Jahrzehnten sagte: "Das Bindegewebe, unsere Faszien, ist ein Organ der Unterstützung und Haltung." Die wassergefüllten Hüllen, die ein Geflecht aus gleitenden Bindegeweben bilden, tragen unseren inneren Ozean, der 70 % des erwachsenen Körpers ausmacht.
Da unsere zweibeinige Haltung im Bereich der Schwerkraft stärker gefordert ist, fällt es leicht, sich die Wirbelsäule eher als Fahnenstange oder zentrale Stützstrebe vorzustellen und nicht als eine schwimmende Feder der Aufhängung. Haltungsschulung fördert oft ungewollt Haltemuster. Die statischen Haltungen, die beim langen Sitzen eingenommen werden, führen zu einer Segmentierung der Wirbelsäulenfunktionen. Oft halten chronische Verspannungen im Becken und in den Beinen die Lendenwirbelsäule in Geiselhaft. Haltemuster des Schultergürtels und des Brustkorbs können auch die Flexibilität der Brustwirbelsäule einschränken. Und unsere Konzentration, vor allem wenn wir auf Telefone und Bildschirme schauen, verändert mit der Zeit oft die Halskrümmung des Nackens. Diese Segmentierung der Funktion beeinträchtigt unsere Koordination und unseren Bewegungsfluss. Dadurch wird die Intelligenz dieses Wirbelsystems "abgestumpft", und wir werden anfälliger für den Verschleiß aller Gelenke, da der Verlust der Elastizität zu einer Kompression in einem Gravitationsfeld führt.
Was können wir tun, um unser Geburtsrecht auf tierische Anmut und Leichtigkeit wiederzuerlangen? Die Erkundungen des Continuum sollen unsere Resonanz und Verbindung zu einer fließenden Intelligenz jenseits unserer mechanischen Bemühungen auffrischen und erneuern.
Hier ist eine Continuum für Sie:
1. Take two baseline observations which will give you a beginning experience of your spine:
A. As you walk at a normal pace, notice how your spine participates in this every day activity. Are there areas of holding? How coherent does your spine feel?
B. Lying on your back now, feel into your ability to experience a breathing spine and areas of holding.
2. Preparation:
Perhaps with your knees bent, begin a slow easy sense of rolling and pouring. You can imagine that a tide or a wave is gently turning you onto one side. This is to help you slow down and become attentive to the minute shifts within your tissues as weight bearing moves away from your spine. Allow initiation to arise from wherever it comes easily and let follow-through movements surprise and intrigue you.
After awhile, when you return to lying on your back, pause for what we call Open Attention. Notice how the two sides of your body feel now….how your spine is experiencing breathing and anything else that arise in your awareness.
Wiederholen Sie das Rollen und Gießen auf die andere Seite. Vielleicht stellen Sie fest, dass sich spontan weitere Bewegungsimpulse ergeben. Wohin führen sie Sie? Kehren Sie mit einem Gefühl der organischen Vollendung in die Offene Aufmerksamkeit zurück.
3. Reminding our spine of its undulating, spring-like resiliency:
Lying on your back in a comfortable, neutral position for your spine. Initiate a gentle rocking from your tailbone. Stay with this movement as you explore the transmission from this movement rippling down your legs and up your spine. Experiment with different velocities, subtleties and variations in linear rocking. By initiating the rocking with the sound, "Bauoom", the action of pressing into the earth and feeling a rebounding wave can be enhanced. Taking pauses and making an OOO sound may give you a progress report as you feel your own sounding transmit more clearly through your tissues.
Gehen Sie in Ihrem eigenen Rhythmus die Wirbelsäule hinauf, indem Sie von verschiedenen Stellen der Wirbelsäule (Nabel, Solarplexus, Herzgegend, Nacken, Kopf) aus diese schaukelnde Welle einleiten.
Vergleichen Sie zum Abschluss dieses Tauchgangs die Grunderfahrung einer atmenden Wirbelsäule mit Ihrer schwimmenden Wirbelsäule beim Gehen.
To watch the companion video for this post, please click here: https://vimeo.com/1087444994?share=copy#t=0

